Ich bin ...

Ich bin weiblich, Anfang 50, aber weder tot noch blind, Single, habe eine 20 jährige Tochter und komme so langsam in die Wechseljahre. Mal schauen, wie ich mich so schlage ...

Dienstag, 26. Juli 2011

Nein, ich bin nicht ...

neidisch! Wirklich nicht.

Warum gibt es in der Deutschen Sprache eigentlich keinen positiven Ausdruck, wenn man etwas sehr gerne hätte/wäre, was ein anderer hat, aber es ihm/ihr doch von Herzen gönnt?

So geht es mir nämlich manchmal, wenn ich mir meine Tochter und ihre Freunde ansehe. Ich bin nicht "was auch immer" auf ihren glatten Gesichter, ihr knackigen Köper, ihre wenigen Jahre. Aber manchmal wünsche ich mir doch, selbst noch einmal so viele Träume, Hoffnungen und vor allem alle Möglichkeiten noch vor mir zu haben. Alles ist noch offen, jeder Traum kann noch wahr werden. das Leben scheint wie ein blühender Teppich und jede Blume wartet nur darauf von mir gepflückt zu werden.

Natürlich träume und hoffe auch auch ich noch, aber alle Optionen gibt es einfach nicht mehr. Es gibt Dinge, die sind einfach vorbei, Chancen, sind engültig verpasst.

Es ist nicht so, dass ich unzufrieden bin, nein, ganz im Gegenteil, es geht einfach darum, man könnte, wie man wollte.

Ich werde nie mehr ein Kind bekommen, ich werde nie mehr eine weiße Braut sein, auch Top-Model werde ich in diesem Leben nicht mehr und wenn ich barfuß im Regen tanzte, würden alle sagen "Die Alte spinnt!". Immer wieder klingt durch meinen Kopf "Nie mehr" ...

Bussi
Emm

Kommentare:

  1. Sehr schön ausgedrückt und es geht wohl vielen Frauen so. Natürlich habe ich auch schon darüber nachgedacht, dass ich vieles anders machen würde, wenn ich noch einmal 20 wäre. Nur, dann wäre ich auch nicht die, die ich heute bin.
    Ist doch die Frage, was willst du? Ich persönlich habe heute so viel Spaß am Leben, habe viel mehr Ziele und auch die Power und Möglichkeit dort anzukommen.
    Sag mir, wer hindert dich daran eine weiße Braut zu sein, ein Model zu werden? ..und wenn dir nach barfuß tanzen im Regen ist, ja los. Du kannst doch nicht in die Köpfe der Menschen schauen. Vielleicht würden sie das auch gern machen und trauen sich nur nicht. Vielleicht bewundern sie dich dafür. Diese Grenzen sind nur in deinem Kopf.
    Leg los........
    Herzliche Grüße
    Hannelore Drews

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  2. Hallo Hannelore,

    du hast recht, mutiger sollte man sein. Einfach drauf pfeifen, was irgendwer denkt und machen wozu man Lust hat ... Grenzen nieder reißen, okay, jetzt muß ich nur noch den mann zur weißen braut finden ...lach.

    Aber im Ernst, es ist ja nur manchmal da so eine leise Wehmut ...

    Danke dir fürs Mut machen :))

    Bussi
    Emm

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  3. Liebe Emm

    Ich bin heute zufällig über deinen Blog gestolpert in den Kommentaren zum Brigitte-Beitrag über die Wechseljahre und habe jetzt schon alle Beiträge durchgelesen.

    Es ist schon lustig, du schreibst, du kannst (oder wirst) bestimmte Sachen nicht mehr machen. Warum denn nicht? Weil die "Gesellschaft" es nicht zulässt? Weil du es wirklich nicht mehr kannst und willst? Ich selbst bin ca. in deinem Alter, 2-fache Grossmutter und habe gerade einen kompletten Jobwechsel vorgenommen - anderes Land, andere Firma, anderes Aufgabengebiet. Also es geht auch noch mit 50. Und wenn es jemanden stört, wenn ich im Regen tanze, ist das ihr/sein Problem und nicht meines.

    Ich habe mit 48 ein Studium abgeschlossen und denke jetzt ans Doktorat, also wo sind die Grenzen?

    Lg und schreib deinen Blog weiter, er spricht mir aus der Seele. Es ist schön zu wissen, das ich mit meinen Problemen nicht die einzige bin!

    Ulrike

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  4. Hallo Ulrike,

    das ist einfach toll, Hut ab. Du bist wirklich sehr mutig und ich würde gerne mehr davon hören!

    Und trotzdem denke ich, es gibt schon Dinge die sind einfach vorbei, das beste Beispiel ist wohl das Kinderbekommen und gewisse Grenzen, die uns unser Körper setzt. Ich denke auch eine gewisse Akzeptanz gehört dazu, für sich selbst Abschied nehmen, um dann zu neuen Ufern aufbrechen zu können.
    LG
    Emm

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  5. Hallo Emm,

    ja du hast schon Recht, dass in unserem Alter auch viele Dinge wirklich vorbei sind, aber ich muss auch Hannelore und Ulrike Recht geben. Auch wenn man mit 50 schon einige Erfahrungen gesammelt hat, heißt es nicht, dass das Leben jetzt schon vorbei sein muss. Einen interessanten Artikel dazu gibt es auch bei den Wechselweibern: http://www.wechselweiber.de/2011/05/mit-funfzig-nochmal-von-vorn/. Also wer nicht wagt, der nicht gewinnt :-)

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Hallo,
ich freue mich über jeden Kommentar, über Anregungen, Fragen, Kritik aber auch Lob ;-)
Bussi
Emm